Pastaza
Korridor - Geschenk an die Erde
Im Jahre 1996 begann die Naturstiftung (Fundación Natura) Ecuadors,
die groesste umweltbewusste Organisation des Landes, mit Unterstuetzung
des World Wildlife Fund - International (WWF) und der Hollaendischen
Regierung gemeinsam zu arbeiten, um einen Plan zu erheben und zu entwickeln,
um die Entwicklung tragbarer natuerlicher Ressourcen innerhalb des
Sangay Nationalparkes zu foerdern. Diese Studie zeigte auf, dass das
ungeschuetzte Gebiet zwischen dem Sangay- und dem Llanganates Nationalpark,
durchflossen vom Pastaza Fluss, falls es gestoert wuerde, sehr leicht
schwerwiegende Folgen fuer die beiden Parks haben koennte. In anderen
Worten, das Pastazaflussthal kann genausogut als ein natuerlicher
Korridor bezeichnet werden, eine wichtige "biologische Dispersionszone"
welche die beiden Parks verbindet und nicht, wie einige Leute zuvor
angenommen hatten, eine natuerliche Bariere zur Zerstreuung.
Zwischen dem Sanguay- und dem Llanganates Nationalpark, zwischen den
Siedlungen des "Gruenen Flusses" (Rio Verde) und des Shell,
liegt der Pastaza Korridor. Er umfasst 41,517 Hektar, wovon 5,657
kultiviert oder besiedelt sind. 60% des Korridores liegen zwischen
dem Kanton Baños und der Provinz Tungurahua und weitere 40%
sind zwischen dem Kanton Mera und der Provinz Pastaza gelegen. Die
Untersuchung, welche ueber 4 Jahre andauerte, wurde von qualifizierten
Spezialisten durchgefuehrt, darunter Ökologen, Botaniker, Ornithologen,
Genetiker und Sozialwissenschafter. Die Untersuchung war in erster
Linie auf die Biologie konzentriert, hat aber auch umfassende Studien
in den Sozialaspekten in den Plan miteinbezogen.
Einige der Ergebnisse der Studie lauten wie folgt:
- Die sich am meisten unterscheidenste Saeugetiergruppe der Gegend
representiert 55 der 101 Saeugetierarten. Die am meisten vorkommenste
Art der Fledermaus ist die "Carolina Fledermaus";
- 21 Arten von Sauegetieren die derzeit im Korridor leben sind
vom aussterben bedroht;
- Von 242 Vogelarten wurden Proben genommen, die bis zu 42 unterschiedlichen
Familien angehören; 5 jener Familien sind nur hier beheimatet
und weitere 3 sind vom aussterben bedroht. 30% sind als sehr sensible
zu Standortwechseln einzustufen;
- Es wurde festgestellt das Las Estancias (Río Negro),
Madre Tierra (Mera) und Machay die 3 am meisten biodiversen Bereiche
im Flur sind;
- Genetische Studien von "Microsaeugetieren" zeigen
an, daß der Pastaza Fluß keine Hauptsperre zur Verbreitung
für diese Tiere ist. Ausserdem haben viele Nagetiere in beiden
Parks nahe genetische Affinitäten mit den südlichen
(peruanischen) und amazonischen Arten;
- Durch diese Studien wurde festgestellt, dass das Pastaza Flusstal
ein biologischer Flur und keine Sperre zur Verbreitung der dort
lebenden Tierarten ist. Ausserdem wurde aufgezeigt, dass der Flur
sogar ein höheres Niveau biologischer Verschiedenartigkeit
in einigen Tiergruppen besitzt als die Parks selbst, welches ein
unerwartetes Resultat war.
Nachdem man die spezifischen Kriterien erreicht hatte, welche
vom World Wildlife Fund (WWF) verwendet werden um zu bestimmen welche
Bereiche den Status "des Geschenks an die Erde" bekommen
koennen (eine von den wichtigsten: die Bereitwilligkeit und die
Fähigkeit der einheimischen Bevoelkerung die Schutzprogramme
richtig zu entwickeln und zu handhaben). So wurde der Pastaza Fluss-Flur
durch den WWF als ein "Geschenk an die Erde" benannt.
Einmal den Status bewilligt, wird jedes "Geschenk an die
Erde" ein gekennzeichneter "gefährdeter Raum",
der dann durch die WWF web sites, Publikationen und andere Formen
von Mitteln gefördert wird, um oeffentliche und privaten Spenden
zu erhalten. Dieses Kapital geht dann direkt zu den gekennzeichneten
lokalen Managementmannschaften, damit diese ihre Schutzprogramme
durchführen koennen. Keines dieser Gelder wird durch Regierungen
gefiltert.
Implementierung, Management und der entscheidende Erfolg dieser
Programme hängen von der einheimischen Bevoelkerung ab, gleichzeitig
werden die lokalen Regierungen (in diesem Fall die Stadtbezirke
von Baños und von Mera) miteinbezogen, besonders um neue
Umweltschutzgesetze einzurichten und zu erzwingen.
Wie Sie sich bestimmt denken konnten, ist der Antrag, der von der
Fundación Natura für den Pastaza-Fluss-Flur eingereicht
wurde, angenommen worden. Die Mitteilung der Annahme kam im Februar
2002. Die amtliche Zeremonie, während deren der "Geschenk
an die Erde" Titel vergeben wurde, war im Sommer 2002.
Dieses Schutzprogramm ist eine Zeit-geprüfte Reihe WWF-entworfener
Projekte und fortwährender Managementsysteme (aehnlich dem
des Pastaza Fluss-Flures), die sich wirkungsvoll in allen Bereichen
der Welt geprüft haben. Der Erfolg dieser Programme lagert
auf den Fähigkeiten, der Verpflichtung, der Mitarbeit und der
Miteinbeziehung der einheimischen Befoelkerung. Der Prozeß
beginnt mit der Ausbildung über Mediakampagnen und Seminare,
der Bildung von Informationszentren, der Kreation und der Durchführung
neuer Gesetze. Die praktische Ausbildung und die Unterstützungprogramme
helfen den einheimischen Landwirten die Naturresourcen des Bereichs
besser zu nutzen und somit wird eine wirklich stützbare Entwicklung
und Erhaltung gefördert.
Dies ist vielleicht das Aufregenste was derzeit in Baños
passiert. Falls das Programm erfolgreich verlaeuft hat es das Potential
als Model, wenn nicht sogar als DAS model fuer die Zukunft Ecuadors
herhalten zu koennen. Eine kleine Demonstration wie wertvoll die
natuerliche Umwelt ist und was getan werden kann um diese zu bewahren
und in einer nicht zerstoererischen Art weiterzuentwickeln, zum
Wohle Aller!
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